Musikindustrie läuft (mal wieder) Amok

Heute bei laut.de gelesen:

In Zukunft wird man im Internet immer weniger frei zugängliche Tabs (Gitarrengriffe) und Lyrics finden. Die US-Amerikanische „National Music Publishers‘ Association, kurz MPA, hatte bereits Ende letzten Jahres angekündigt, dass Internetseiten mit solchen Inhalten geschlossen werden sollen.

Jetzt frage ich mich ob die noch richtig ticken?
Ich selbst spiele seit ca. 13 Jahren Bass, habe in einigen Coverbands gespielt. Zu beginn gab es keine „Tabs“, man hat sich vor den Kassettenrekorder gesetzt und alles rausgehört. Dann kamen Tabs. Man hat weiterhin Songs nachgespielt. Die Tabs-Seiten haben die Sache nur vereinfacht, nicht ermöglicht. Somit ist die Auffassung, diese Seiten täten was illegales für mich persönlich nicht nachvollziehbar.

Mich würde interessieren, wie Künstler dazu stehen, dass interessierte Fans, die Ihre Stücke nachspielen möchten, bzw. diese auch für die Nachwelt schon rausgehört haben, pauschal als Verbrecher gelten. Für einen Künstler ist es doch eine „Adelung“ wenn die Songs nachgespielt werden. „Klauen“ konnte man Musik schon immer, denn man darf sie ja (noch) hören, und wer hören kann, ein wenig was von Musik versteht, der kann die Stücke Ton für Ton, Note für Note „klauen“. Also wo ist deren Problem?

Zum Abschluss die für mich dämlichste Aussage:

Tab-Seiten seien „komplett illegal“, ihre Betreiber gehörten ins Gefängnis, begründet MPA- Präsident Lauren Keiser das Vorgehen seiner Organisation.

Die Musik-Industrie wirtschaftet sich stück für stück selbst zu Grunde. Ich glaube nicht, das diese Person im Namen irgendeines Künstlers spricht!

Soweit meine Meinung dazu, das musste mal raus!

1 Kommentar

  1. Michael Kraus

    Vollste Zustimmung zu deiner Meinung, aber da ist die Musikindustrie ja nicht alleine, Trends zu verkennen bzw. alles, was den Markt belebt (oder sogar fördert) zerstören zu wollen. Man denke in diesem Kontext mal nur an die aktuelle Diskussion um das Thema „Online Videorecorder“ oder auch die guten alten Zeiten der Tauschbörsen:

    Anstatt mit eigenen Programmen und Portalen den Markt zu bedienen und zu partizipieren wird wie damals bei den Landesfürsten einfach mal links und rechts an den Grenzen ein Krieg entfacht, ein paar Dörfer niedergebrannt und geglaubt, damit die eigenen Pfründe gesichert zu haben..

    Aber gut, genug der Karikierung der wirtschaftlichen Größen unserer Zeit, bleibt zu hoffen, dass man sich eines Tages eines besseren besinnt.

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